illiz architektur wurde 2008 von Sabrina Peters, Petra Schlömer und Stefanie Wögrath mit ständigen Sitzen in Wien und Zürich gegründet. Als sehr kleines Büro stellte uns die Konstellation - DREI Architektinnen, ZWEI Länder, EIN Projekt - vor eine besondere Aufgabe. Seitdem haben wir uns eine ortsunabhängige Bürostruktur aufgebaut, welche es uns erlaubt miteinander und doch an verschie-denen Orten zu arbeiten. Tag für Tag, Hand in Hand, vom Wettbewerb bis zur Fertigstellung. Unserer „Sprache“ im Sinne eines Gestaltungswerkzeugs zur Formulierung und Ausarbeitung von Architekturkonzepten kommt hier eine besondere Bedeutung zu. Das empfundene Dilemma zwischen Standort und dem Wunsch selbstbestimmt und gemeinsam Architektur zu machen, entpuppte sich mit der Zeit als unerwarteter Nutzen, da wir so den speziellen Anforderungsprofilen beider Ländern gerecht werden konnten. Wir empfinden diese Zeit als einen rasanten Prozess – in wie weit sie unsere Architektur zu verändern mag, wird sich in den nächsten Jahren zeigen.Seit 2008 wird das Projekt Kinderbetreuungszentrum Maria Enzersdorf bei Wien als Generalplaner von zwei Standorten aus abgewickelt und wird im August 2011 eröffnet. Im Rahmen der BDA Montagsgespräche würden wir uns freuen es vorstellen zu dürfen. novakarchitects, Salzburg |
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Alles in dieser Stadt ist gegen das Schöpferische, und wird auch das Gegenteil immer mehr und mit immer größerer Vehemenz behauptet, die Heuchlerei ist ihr Fundament, und ihre größte Leidenschaft ist die Geistlosigkeit, und wo sich in ihr Phantasie auch nur zeigt, wird sie ausgerottet. Salzburg ist eine perfide Fassade, auf welche die Welt ununterbrochen ihre Verlogenheit malt und hinter der das (oder der) Schöpferische verkümmern und verkommen und absterben muß. Meine Heimatstadt ist in Wirklichkeit eine Todeskrankheit, in welcher ihre Bewohner hineingeboren und hineingezogen werden, und gehen sie nicht im entscheidenden Zeitpunkt weg, machen sie direkt oder indirekt früher oder später unter allen diesen entsetzlichen Umständen entweder urplötzlich Selbstmord oder gehen direkt oder indirekt langsam und elendig ... zugrunde. Die Stadt ist für den, der sie und ihre Bewohner kennt, ein auf der Oberfläche schöner, aber unter dieser Oberfläche tatsächlich fürchterlicher Friedhof der Phantasien und Wünsche.
Schonungslos beschreibt Thomas Bernhard Salzburg vor fünfunddreißig Jahren in seinem Roman die Ursache. Anhand eines inneren Monologs schildert er eine Geisteshaltung und Zustände, die für mich auch heute noch Gültigkeit haben. Mein Bestreben daher ist es Orte atmosphärischer Klarheit, Essenz und Großzügigkeit zu schaffen - Räume in denen man sich gerne aufhält, Rückzugsorte. Innenwelten, die sich dem Außen jedoch nicht verschließen, sondern durch ihre Wesen etwas ausstrahlen, das Leben der Nutzer beeinflussen und den Ort selbst verändern - vorgestellt anhand eines kleinen Anbaus mit fünfzig Quadratmeter Nutzfläche.
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Jenseits des Raumes: Architektur als Denkaufgabe Architektur ist die Sprache der Räume. Im städtischen Kontext sind wir häufig nicht auf der Suche nach der räumlichen Dimension, sondern nach der Sprache der Räume in einem schon vorgegebenen Volumen. Auch das Gebäude des Bürgerbüros in Erftstadt –obwohl ein freistehender Neubau- war von der Gebäudekontur schon in der Wettbewerbsauslobung vorgegeben. Es ging darum, eine räumliche Sprache zu entwickeln, die einerseits ein prägnantes Verständnis von öffentlicher Nutzung beschreibt und andererseits das Potential des Ortes auslotet. Ein Kontext also, der vor allem als Denkaufgabe aufgefasst werden kann. Entstanden ist ein Gebäude, das ähnlich wie unsere zahlreichen Bauten im Bestand sehr stark den Kontext widerspiegelt und doch eine ganz eigene Haltung einführt. Wie die eigentliche Aufgabe in der Architektur für uns jenseits der Nutzung beginnt, versuchen wir, auch Materialien einzusetzen und Detaillösungen zu finden, die in erster Linie das Konzept weiterführen. In Erftstadt konnten wir das Gebäude mit einschaligen Leichtbetonwänden ausführen, so dass die skulpturale Form nicht nur von außen, sondern auch von innen erlebbar ist.
Das Büro raumwerk.architekten besteht seit 2001 in Köln. wir arbeiten mittlerweile in einem Team von 6 Architekten. Unser Arbeitsfeld hat ein weites Spektrum, experimentelles Arbeiten hilft uns auf der Suche nach neuen Lösungen für die gestellten Aufgaben. Schwerpunkte unser überwiegend kleinen Projekte bilden das Wohnen und das Bauen im Bestand. Der Ort, an dem wir arbeiten, ist Atelier, Werkstatt und Büro in einem. Ein Raumkonzept mit viel Freiheit für unterschiedliche Arbeitsweisen. Zusätzlich ermöglicht uns dieses Arbeitsumfeld in einem Gemeinschaftsatelier einen kontinuierlichen Austausch mit verwandten Berufen und fördert das disziplinübergreifende, gestalterische Arbeiten.
»www.raumwerkarchitekten.de
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„Unsere Architektur hat sich eingelassen auf einen Wettbewerb der Attraktionen. Dabei gilt es, neue Erfindungen zu machen und immer originell zu sein. Die Bauherren wünschen sich sehnlichst den Anschluss an den modernen Zeitstrom. Wir sind müde geworden angesichts dieser globalen L’art pour l’art. Architektur ist nicht kurzlebig wie ein Designobjekt, eine Modekollektion oder ein neuer Haarschnitt“.
Kisteismus: Warum ich diese Kisten liebe. Ich mag sie, die langen und kurzen, die großen und kleinen, die schmalen und dicken, die einfachen und komplexen. Ich mag sie als Würfel und als Stange. Man kann sie kopieren, gruppieren und stapeln, gibt ihnen dann Namen und Persönlichkeit. Ihre Normalität gefällt mir. Sie erscdie Ausnahmen und stehen am besten auf freier Wiese. Sie brauchen keine Architekten, Fenster, heinen selten in klarer Form, haben schlechte Eingänge. Sie bilden Türen oder Dächer. Ihre Schmucklosigkeit macht sie reich.
Volkshochregal: Unser Lebensraum erstickt an seinen Gütern. Erinnerungsstücke - Omas alter Schrank, das teuer erworbene Bild, die neue Sitzgarnitur - machen den ohnehin schon kleinen Wohnraum zum Gefängnis. Ein Teil unserer Kleinode lagert in feuchten Kellern und muffigen Dachböden. Wir benötigen Lösungen, die eine günstige und anspruchsvolle Aufbewahrung unserer Gegenstände möglich machen. Orte, die an die kulturelle Identität der Konsumgesellschaft anknüpfen, sich zu dieser bekennen und sie artikulieren.
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Architektur zwischen Identifikation und Irritation. Existenz erzeugt Veränderung.Der Mensch verändert seine Umwelt durch seine Existenz, sein Bestehen ist ohne Eingriffe in seine Umwelt nicht möglich. Bestehendes verliert an Bedeutung und wird wieder verändert. Veränderung löscht Erinnerung. Veränderung bringt Neues hervor, zerstört zu-gleich vorhandene Strukturen und löscht Erinnerung aus. Wo nichts war, ist etwas. Und wo etwas war ist nichts mehr. Dieses Nichts und dieses Etwas haben eine Bedeutung, die mit ihnen entsteht, aber auch mit ihnen wieder verschwin-det. Gestaltete Umwelt ist insofern ein wiederbeschreibbares Speichermedium kollektiven Gedächtnisses. Wird ein Ort verändert, wird die vorangegangene Version überschrieben. Erinnerung bedingt Existenz.Wer sich nicht erinnert, muss alles immer von neuem erlernen. Erinnerung ist Voraussetzung dafür, Neues zu schaffen, sich zu entwickeln. Je größer das Gedächtnis, desto mehr Möglichkeit zum Verstehen der Entwicklung.Veränderung und Erinnerung sind also gleichermaßen Voraussetzung für menschliche Existenz. Zugleich sind sie aber auch unvereinbare Antipoden, zwischen denen ein angemessener Mittelweg gefunden werden muss.Ein Übergewicht der reinen Erinnerung entfremdet den Menschen seiner Gegenwart und führt zu Stillstand und Kitsch. Eine Veränderung ohne Berücksichtigung der Erinnerung führt zu Entwurzelung und Ablösung von der Geschichte. Ein ausgewogenes Verhältnis ist abhängig von der Relevanz der Erinnerung und der Überlegenheit der Veränderung.Identifikation vs. Irritation. Damit der Gedächtnisspeicher lesbar ist muss er sich einer bekannten Sprache bedienen. Wie Reisende oder Lesende die Sprache Ihres Umfeldes beeinflussen,neue Wörter und Strukturen aufgenommen werden, andere verschwinden, so verändert der Architekt den Sprachschatz eines Ortes.Der Architekt ist Anwalt sowohl des Neuen wie auch des Bestehenden. Die Mittel, die zur er-folgreichen Steuerung zur Verfügung stehen sind die Identifikationmit Vertrautem und die Irritation durch Neu- oder Fremdartiges.Architektur bildet den Status menschlicher Kultur im Raum ab. Wo immer Architekten in bestehende Gefüge eingreifen, nehmen sie Einfluss auf das Gedächtnis einer Gesellschaft. Diese Konsquenz ist so unvermeidbar wie notwendig. Wenn man sie beherrscht, hat sich die Situation nach dem Eingriff verbessert. Um die Folgen der Veränderung steuern zu können, muss der Architekt Methoden entwickeln, mit denen sich das Verhältnis von Veränderung und Erinnerung justieren lässt. Als eine Methode, die sich bei meiner Arbeit bewährt hat, möchte ich anhand der Konversion des ehemaligen Pumpwerks von Berlin-Neukölln in ein Atelier- und Galerie- und Wohngebäude die Transformation vorstellen: das Fortschreiben einer vorgefundenen Architektur unter veränderten Rahmenbedingungen.Die Entwurfsmethodik ist empirisch und analog. Das bestehende Werk wurde unter Einbeziehung seiner baukünstlerischen Identität mit veränderter Nutzung weitergebaut. Mit wenigen gezielten Eingriffen erfolgte nicht nur eine strukturelle Anpassung, sondern auch eine atmosphärische „Verschiebung“ der Raumwirkung: Durch singuläre Maßnahmen erfährt die industrielle Serialität des Bestandes eine Akzentuierung der mittleren Längsachse, die den Räumen eine der Nutzung als Kunstraum ange-messene Feierlichkeit verleiht. Dabei ist es nicht das Bauteil selbst, das die Spannung zwischen Alt und Neu herstellt, sondern seine Verortung im räumlichen Gefüge. Die Unterscheidung ist vielerorts erst auf den zweiten Blick möglich.
Montag, 22. November 2010 | 19:30 Uhr | Domforum, Domkloster 3, 50667 Köln | In der Reihe der BDA-Montagsgspräche | Veranstalter: Bund Deutscher Architekten BDA Köln | Eintritt frei | Keine Anmeldung erforderlich | www.bda-koeln.de
Das BDA Montagsgespräch wird unterstützt von der RheinEnergie AG |
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Deutscher Architekten BDA Köln |